Spiroergometrie für den Sportler von heute

Atmend den perfekten Trainingsbereich ausloten – Spiroergometrie für den Sportler von heute

Was im Profibereich längst Standard ist, wird durch moderne Geräte zunehmen auch für den semiprofessionellen Sportler und den Hobbysportler möglich. Das Feststellen der optimalen Belastungszone für das Ausdauertraining ist heute leicht für jedermann möglich. Als Spiroergometrie wird dabei ein Verfahren bezeichnet, bei dem durch Messung von Atemgasen unter körperlicher Belastung Rückschlüsse auf die körperliche Belastbarkeit gezogen werden können. Speziell in der Leistungsdiagnostik können so wichtige Erkenntnisse bezüglich der individuellen anaeroben Schwelle gewonnen werden.

Funktionsweise

Die Messung erfolgt über eine Gesichtsmaske, die möglichst dicht am Gesicht aufliegt und die Ausatemluft zum Messgerät leitet. Mittels eines Volumensensors wird die Menge an ein- und ausgeatmeter Luft gemessen. Im Messgerät sind Gassensoren installiert, mit denen die Zusammensetzung der Ausatemluft analysiert wird. Automatisch kommt es zu einem Vergleich der Zusammensetzung der Ausatemluft mit der Umgebungsluft, wodurch die Gaszusammensetzung jedes Atemzugs quantifiziert werden kann.

Zeitgleich erfolgt durch steigenden Widerstand am Ergometer eine zunehmende körperliche Belastung. Dadurch kann genau der Punkt erfasst werden, an dem bei zunehmender Belastung ein Abfall der Kohlendioxidkonzentration (CO2) in der Ausatemluft feststellbar ist. Dieser Punkt wird als respiratorischer Kompensationspunkt bezeichnet, der für den Sportler wichtig zu wissen ist.

Was wird gemessen?

Es werden kontinuierlich die wichtigsten Atemgasparameter im Verlauf der Untersuchung erfasst:

  • Atemminutenvolumen
  • Sauerstoffaufnahme
  • Kohlendioxidabgabe
  • Atemfrequenz

Daraus werden vom Gerät verschiedenste Parameter errechnet, wie zum Beispiel der respiratorische Quotient, verschiedene Atemäquivalente und das Atemzugvolumen. Vor allem im Verlauf lassen diese Werte auch Rückschlüsse auf die Effizienz des Trainings zu.

Respiratorischer Kompensationspunkt
An diesem Punkt / bei dieser Belastung beginnt die anaerobe Energiebereitstellung des Körpers verstärkt den Energiebedarf zu decken. Dieser Punkt ist für den Sportler deshalb so wichtig, da bei verstärkter anaerober Energiebereitstellung der Körper zunehmend übersäuert. Im Bereich des respiratorischen Kompensationspunktes kann die Belastungsintensität jedoch für 60 bis 120 Minuten aufrechterhalten werden. Er entspricht damit der Dauerleistungsgrenze – einem wichtigen Bereich für den Ausdauersportler.

Anaerobe Schwelle
Die Dauerleistungsgrenze liegt etwas unterhalb der anaeroben Schwelle. Die anaerobe Schwelle bezeichnet die höchstmögliche Belastungsintensität, bei der gleich viel Laktat gebildet wird, wie abgebaut werden kann. Darüber hinaus kommt es zu einem Anstieg des Laktatspiegels. Empfohlen wird ein Training knapp unterhalb der anaeroben Schwelle – also genau im Bereich des respiratorischen Kompensationspunktes.

Optimaler Trainingsbereich
Der optimale Trainingsbereich zur Ausdauersteigerung ist also im aeroben Bereich unterhalb des respiratorischen Kompensationspunktes. Dieser ist jedoch individuell und unterliegt auch einem gewissen Trainingseffekt. Er sollte daher regelmäßig bestimmt werden, um das Training innerhalb der richtigen, entsprechenden Pulsgrenzen zu gestalten. Belohnt wird man durch eine Zunahme der Ausdauer und einem Training ohne zunehmende muskuläre Ermüdung.

Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine begleitende Spiroergometrie das eigene Ausdauertraining nachhaltig verbessern kann. Durch die regelmäßige Bestimmung des respiratorischen Kompensationspunktes (Dauerleistungsgrenze) und damit der individuellen Pulsgrenzen zum optimalen persönlichen Ausdauertraining, fällt das Training deutlich effektiver aus. Davon werden Sie nicht nur im Wettkampf profitieren!

Comments are closed.