DYNO TV #7: Der Kohlenhydratstoffwechsel

Was ist ein Kohlenhydratstoffwechsel?

Zur Energieerzeugung kann unser Körper auf zwei unterschiedliche Ressourcen zurückgreifen: Auf Fette und auf Kohlenhydrate. Kohlenhydrate stellen dabei die schnell verfügbare Form der Energiebereitstellung dar, sie stehen innerhalb weniger Sekunden nach Belastung zur Verfügung. Je nach Intensität und Dauer der Belastung kann der Körper zwischen den beiden Arten der Energiebereitstellung „umschalten”. Da eine sehr intensive Belastung zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch führt, muss der Körper in intensiven Phasen auf Energiegewinnung ohne Sauerstoff zurückgreifen, also hauptsächlich Kohlenhydrate verwerten: Man spricht dann von der anaeroben Schwelle. Um optimal trainieren zu können und eine Übersäuerung zu vermeiden, ist es wichtig, diesen individuellen Parameter des Stoffwechsels zu kennen.


https://vimeo.com/376355038

Was bedeutet Kohlenhydratstoffwechsel und warum ist der Kohlenhydratstoffwechselbereich wichtig für mich?

Kohlenhydrate und Fette werden als Energielieferanten des Körpers auf unterschiedliche Art und Weise verwertet. Während Fette unter Zuhilfenahme von Sauerstoff verbraucht werden (aerober Stoffwechsel), erfolgt die Kohlenhydratverwertung ohne Sauerstoffbeteiligung (anaerober Stoffwechsel). Die Kohlenhydratverwertung setzt sofort bei Belastung ein und steht in den ersten 45 Sekunden als einzige Energiequelle zur Verfügung. Anschließend ist die Energiegewinnung von der Intensität der Belastung abhängig: Wird die Belastung sehr stark, benötigt der Körper schnell verfügbare Energiequellen, die er in Form von Kohlenhydraten zuschaltet. Bei veränderter Belastung kann er je nach Bedarf zwischen den beiden verfügbaren Energiequellen hin und her wechseln.

Intensive körperliche Belastung geht mit einer „Sauerstoffschuld” einher. Das bedeutet, es steht nicht mehr ausreichend Sauerstoff zur Verfügung, um den aktuellen erhöhten Bedarf abzudecken. Unser Körper versucht nun gegenzusteuern, in dem er die Atemfrequenz erhöht – aber auch dadurch lässt sich der erhöhte Bedarf nur begrenzt ausgleichen. Die Auswirkungen einer solchen verstärkten Belastung kennen wir alle: Das Training wird mühsam, wir beginnen zu hecheln und haben das Gefühl, nicht mehr ausreichend oft einatmen zu können. Trainieren wir in dieser Situation weiter, muss der Körper die Energiebereitstellung zumindest für einen begrenzten Zeitraum ohne Sauerstoff bewältigen – dazu greift er auf die gespeicherten Kohlenhydrate zu.

Daraus folgt, dass immer dann, wenn wir im Kohlenhydratstoffwechsel trainieren, eine Sauerstoffschuld besteht. Es kommt dann durch eine Ansammlung des Abbauproduktes Laktat und von Protonen zu einer lokalen oder systemischen Übersäuerung – Trainingserfolge bleiben aus und Ermüdung macht sich breit: Bekannte Symptome, die auf ein Übertraining hinweisen.

Dauerhaft lässt sich mit zu intensivem Training auch keine nachhaltige Gewichtsreduktion erzielen.
Intensives Training im Kohlenhydratstoffwechsel führt zwar anfangs zu schnellen Abnehmerfolgen, die Pfunde kommen aber durch den Jojo-Effekt sehr schnell wieder zurück oder die Gewichtsreduktion stagniert schon nach kurzer Zeit. Das Wissen über die Mechanismen der Energiebereitstellung und unsere individuelle anaerobe Schwelle – also den Zeitpunkt, ab dem der Körper vom Fett- in der Kohlenhydratstoffwechsel schaltet – hilft uns, von Beginn an nachhaltig und effektiv zu trainieren.

 

Du hast Rückfragen? Nimm gerne Kontakt mit uns auf! Wir freuen uns auf deine Nachricht.

 

 

Comments are closed.