Digitalisierung im Fitnessstudio

Das digitale Fitnessstudio – ein Blick in die Zukunft.

Im Beruf und im Alltag haben wir uns längst daran gewöhnt: Smarte Apps und Tools unterstützen uns bei der Bewältigung täglicher Aufgaben und Routinen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass digitale Applikationen nun auch Einzug in den Freizeitbereich finden. Digitalisierung ist der aktuell bedeutendste Trend im Fitness-Segment. Betreiber von Fitnessstudios sollten ihn nicht verpassen und sich rechtzeitig auf Veränderungen in der Trainingsplanung und -praxis, die in den nächsten Jahren bevorstehen, einstellen. Angst vor der Technik, die dabei zur Anwendung kommt, braucht niemand zu haben: Alle derzeit verfügbaren Tools und Apps zeichnen sich durch extreme Bedienerfreundlichkeit aus. Es braucht weder technische noch medizinische Vorkenntnisse, um persönliche Analysen und passende Trainingseinheiten zu erstellen. Ganz im Gegenteil – komplizierte Berechnungen oder langwierige Dateneingaben entfallen, die Geräte erstellen komplette Leistungsanalysen innerhalb weniger Minuten. Trainern und Trainerinnen bleibt mehr Zeit für persönliche Betreuung, Kund/inn/en profitieren durch maßgeschneiderte Programme und schneller sichtbare Trainingserfolge. Von der Digitalisierung der Fitnesswelt werden somit Studios, Trainer/inn/en und Kund/inn/en gleichermaßen profitieren.

Wir werfen im Folgenden einen detaillierteren Blick auf die zwei wichtigsten Funktionen der smarten Analysesysteme, die derzeit am Markt sind: Die Messung, Berechnung und Bedeutung des Grundumsatzes und die Leistungsanalyse.

 

Der Grundumsatz: Unser Energieverbrauch im „Ruhezustand”

Zugegeben, kaum jemand berechnet den Grundumsatz noch nach der klassischen Formel, die J. A. Harris und F. J. Benedict 1919 entwickelt haben. Die Harris-Benedict-Formel galt jedoch, trotz einiger Anpassungen und Neudefinitionen über die Jahre, lange Zeit als Standardinstrument zur Berechnung der sogenannten „basalen Stoffwechselrate”, die nichts anderes beschreibt als unseren Energieverbrauch im Ruhezustand, bei gleichbleibender Temperatur und ohne Nahrungsaufnahme.
Auch wenn inzwischen zahlreiche Webseiten Grundumsatz-Rechner anbieten, die die umständliche Rechnerei ersetzen: Berechnungen dieser Art sind immer nur Annäherungen. Sie treffen keine Aussagen zu individuellen Gegebenheiten und können eine professionelle Kalorimetrie – meist die indirekte Messung des Energieverbrauchs über den Sauerstoffverbrauch – nicht ersetzen. Eine solche Messung war lange speziell geschultem medizinischem Personal vorbehalten, ist aber mit den neuen Analysetools schnell und unkompliziert möglich. Trainer und Trainerinnen können so nicht nur feststellen, wie hoch der individuelle tägliche Kalorienverbrauch eines Kunden ist. Es lassen sich auch die genauen Anteile an Kohlenhydraten, Fett und Proteinen, die verbrannt werden, bestimmen und damit gezielte Ernährungs- und Trainingsprogramme erstellen.

 

Die Leistungsanalyse: Individuelle Trainingsempfehlungen in zehn Minuten

Im Profisport ist Training ohne genaue Abstimmung auf die individuelle Leistungsfähigkeit undenkbar, für Freizeitsportler war dies lange nur ein Wunschtraum. Dabei ist eine Bestandsaufnahme des aktuellen Fitnesszustandes das Um und Auf für ein effektives Training. Ohne Wissen über die persönliche anaerobe Schwelle oder die individuelle Regenerationsfähigkeit sind Trainingsfehler geradezu vorprogrammiert, Frust bei Kund/inn/en wie Trainer/inn/en die logische Folge. Es gibt Abhilfe: Mit den neuen smarten Analysegeräten wird die Leistungsanalyse zu einer Angelegenheit von zehn Minuten, und das ganz ohne medizinische Vorkenntnisse oder großen technischen Aufwand. Die Vorgehensweise ist denkbar einfach: Im Rahmen eines Stufentests auf einem Kardiogerät werden die Pulswerte des Kunden ermittelt und gleichzeitig eine Atemgasmessung durchgeführt. Die Auswertung der erhobenen Werte erfolgt über die App, exakte Ergebnisse und individuelle Trainingsempfehlungen liegen innerhalb von Minuten vor. Die Vorteile der so errechneten persönlichen Fitnessprogramme liegen auf der Hand: Training im optimalen Pulsbereich und unter Beachtung persönlicher Leistungsgrenzen führt zu schnelleren und nachhaltigeren Erfolgen. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass ein Studio mit einem solchen Angebot einen positiven, professionellen Eindruck hinterlässt, wodurch Kundenzufriedenheit und Kundenbindung steigen.

 

Anschaffungskosten und Rentabilität

Die Anschaffungskosten für aktuelle Systeme liegen bei Gesamtpaketen inklusive Werbematerial für Zielgruppenmarketing zwischen € 3.950,- und € 5.500,-.

Für die Durchführung von Tests kann durchschnittlich mit einem Gewinn von € 50,- pro Fünf-Minuten-Test ausgegangen werden. Schwerer zu beziffern sind erhöhte Einnahmen durch Imagegewinn und Neukundenakquise, man kann hier jedoch von einem raschen Return-of-Invest ausgehen.

Ob sich die Anschaffung eines smarten Analysesystems für ein Studio lohnt, hängt auch vom persönlichen Engagement ab, mit dem diese Systeme betrieben werden. Die aktive Einbindung von Kunden und Kundinnen und das Hinweisen auf die Vorteile digitaler Trainingsprogramme sind jedenfalls wesentliche Schritte zur Erhöhung der Kundenbindung, die langfristig für das Studio auch positive finanzielle Effekte haben.

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