DYNO TV #5: Anaerobe Schwelle (IAAS)

Anaerobe Schwelle (IAAS)?

Der Bereich, in dem der Körper sich im Gleichgewicht von Laktatbereitstellung und Laktatverbrauch befindet, bezeichnet man als anaerobe Schwelle. Bei intensivem Training wird die anaerobe Schwelle überschritten, der Energiebereitstellung erfolgt dann ohne Sauerstoffverbrauch über das Stoffwechselprodukt Laktat. Der Zeitpunkt, an dem diese Schwelle erreicht wird, ist individuell unterschiedlich, man spricht daher auch von der #IAAS (individuelle aerob-anaerobe Schwelle). Diesen Bereich zu kennen, ist für eine optimale Trainingsgestaltung wichtig, da sich nur so Schwerpunkte in Bezug auf Fettverbrennung oder Leistungssteigerung setzen und ein „Übertraining” vermeiden lassen.


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Was bedeutet die anaerobe Schwelle (IAAS) genau?

Die anaerobe Schwelle bezeichnet jenen Bereich der Energieverwertung, in dem unser Körper gerade noch in der Lage ist, Laktatbereitstellung und Laktatverbrauch in der Waage zu halten. Er liegt definitionsgemäß bei einer Laktatkonzentration von 4 mmol/l Blut. Wird dieser Wert überschritten, liegt das daran, dass das vorhandene Laktat nicht mehr ausreichend abgebaut werden kann. Das ist dann der Fall, wenn sehr intensiv trainiert wird und der Körper mehr Energie benötigt, als über den Sauerstoff aus der Lunge zur Verfügung gestellt werden kann. Die Alternative lautet dann Laktat, ein Abbauprodukt aus der Glukoseverwertung.

Es gibt allerdings individuelle Unterschiede, zu welchem Zeitpunkt im Training diese Schwelle bei einzelnen Trainierenden erreicht wird. In der Sportmedizin und im Trainingsbereich ist man deshalb dazu übergegangen, die individuelle aerob-anaerobe Schwelle (IAAS) zu betrachten, über die sich exaktere Aussagen zur Leistungsfähigkeit einer bestimmten Person ableiten lassen.

Für ein optimales Training ist es bedeutend, den Leistungs- und Pulsbereich, in welchem der Körper von einer ausreichenden Sauerstoffsättigung in den anaeroben Bereich wechselt, zu kennen. Diese Schwelle ist gleichzeitig der Übergangsbereich zwischen Fettstoffwechsel und Kohlenhydratstoffwechsel. In der Sportwissenschaft unterscheidet man folglich den Bereich der aeroben Kapazität vom anaeroben Trainingsbereich.

Trainieren wir in einem Bereich, in dem wir die anaerobe Schwelle überschreiten, verbrennt unser Körper eher Kohlenhydrate – und umgekehrt. Einen hohen Fettstoffwechsel erzielen wir am besten mit länger andauerndem Training im niedrigen Pulsbereich, also im aeroben Bereich. Zum Muskelaufbau und zur Leistungssteigerung ist dagegen ein kurzes, aerob-anaerobes Training im oberen Pulsbereich besser geeignet.

Praktisch bedeutet das Wissen um den Zeitpunkt der IAAS somit, das Training so gestalten zu können, dass weder eine Unter- noch eine Überforderung stattfindet. Je nach individuellem Gesundheitszustand und persönlicher Bewegungsgeschichte bestehen starke Unterschiede, welche Trainingsintensität und Dauer zielführend ist. „Übertraining“, bei dem dauerhaft über der IAAS trainiert wird, führt zur Stagnation des Trainingsfortschritts. Durch die Bestimmung der IAAS per Spiroergometrie lässt sich fehlgeleitetes Training verhindern. Dabei werden die individuellen Puls- sowie Atemgaswerte wie die Sauerstoffaufnahme (VO2), die Kohlendioxidabgabe (VCO2) und die Atemfrequenz (AF) gemessen, aus denen die anaerobe Schwelle automatisiert errechnet wird. Eine alternative Möglichkeit stellt der Laktattest dar.

Zur Unterscheidung der Ergebnisse nach Erhebungsmethode bezeichnet man konkret das Ergebnis des Laktattests als individuelle anaerobe Schwelle und jenes der Spiroergometrie als respiratorischen Kompensationspunkt.

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